Home » Gesundheit, Homepage

Entlassmanagement: Der Zug ist losgefahren

23 Oktober 2015 Kein Kommentar

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 10+23+25 – Krankenhaus-Entlassmanagement, Folgen aus der Reform des Krankenhausstrukturgesetzes auf den UKSH Neubau, Sicherung der stationären Versorgung in SH

Dazu sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen,  Marret Bohn:

Der Antrag der Piraten zum Krankenhaus-Entlassmanagement liegt auf dem Tisch. Die Zielsetzung, die Überleitung von der Klinik zur Nachsorge zu Hause, in einer Pflegeinrichtung oder Reha zu verbessern, ist gut und richtig.

Blutige Entlassungen, wie es sie früher gab, lehnen wir Grüne entschieden ab. Wir begrüßen es, dass die Kritik von PatientInnen und Fachleuten Gehör gefunden hat und Verbesserungen auf den Weg gebracht worden sind.

Mit dem Versorgungsstrukturgesetz 2012 ist das Entlassmanagement als Anspruch der PatientInnen konkretisiert und verbindlich verankert worden.

Es soll die Kontinuität der Versorgung an den Schnittstellen gewährleistet werden. Die Kommunikation zwischen dem stationären und dem ambulanten Versorgungsbereichen soll verbessert werden. Das ist gut so und das halten wir Grüne für richtig und wichtig im Sinne der PatientInnen. In der Realität gibt es noch „Luft nach oben“. Das Gesetz muss noch mit mehr Leben gefüllt werden. Das ist durchaus bekannt.

Das Aqua Institut hat aktuell ein Konzept zum Entlassmanagement veröffentlicht. Der Gemeinsame Bundesausschuss wird die Rahmenbedingungen für ein gutes Entlassmanegment beschreiben.

Sie sehen: Der Zug ist schon abgefahren. Es macht keinen Sinn, wenn wir ihn auf halber Strecke anhalten. Auch, wenn wir uns beim Ziel einig sind, werden wir daher den Antrag der Piraten ablehnen.

Kommen wir zum Antrag der FDP, den ich vom Grunde her ausdrücklich begrüße.

In Schleswig-Holstein sind wir in der stationären Krankennhausbehandlung noch ausreichend aufgestellt. Aber wir schieben einen Stau von Investitionskosten vor uns her, der sich gewaschen hat.

Laut Infrastrukturbericht geht es um rund 540 Millionen Euro. Und da ist das UKSH nicht dabei. Wir müssen also einiges tun, damit eine qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung auch zukünftig gesichert bleibt.

Das Land stellt für 2015, 2016 und 2017 jeweils 10 Millionen Euro in einem Sonderprogramm bereit. Ab 2018 werden die Krankenhausinvestitionen ein Schwerpunkt in Impulsprogramm sein. Alles sinnvolle Schritte, aber ich sage Ihnen auch ganz deutlich: Das ist kein Luxus, das ist das, was wir tun müssen, um die Daseinsvorsorge zu erhalten. Sie sehen: Die Küstenkoalition macht ihre Hausaufgaben und kümmert sich um die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein.

Doch auch vom Bund muss Unterstützung kommen. Das soll mit dem Krankenhausstrukturgesetz geschehen. Der ursprüngliche Entwurf hat eine breite Diskussion und eine Menge Kritik ausgelöst. Das spiegelt sich deutlich in der Bundestaganhörung wieder. Auch der Bundesrat hat eine ganze Reihe von Änderungen gefordert.

Für uns Grüne ist klar, dass es sich um ein zustimmungspflichtiges Gesetz handelt.

Aber auch weitere Details sind entscheidend. Der Versorgungszuschlag soll wegfallen. Das darf nicht ersatzlos sein. Die Krankenhäuser sind auf die zusätzlichen Mittel angewiesen.

Eine Möglichkeit ist, die Gelder über den Pflegezuschlag an die Häuser zu geben.

Qualität, Ausbau und die Einrichtung eines Strukturfonds klingt alles gut. Aber für die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein sehe ich leider kein Licht am Ende des Tunnels. Sie gehören mal wieder zu den Verlierern der Reform. Das gilt auch für die Hochschulkliniken. Daher fordern wir in unserem Antrag einen Extremkostenzuschlag, um die Lücke im System zu schließen.

Ein weiteres Problem bleibt der Landesbasisfallwert. Schleswig-Holstein und andere Bundesländer bleiben benachteiligt, solange es keinen bundesweit einheitlichen Wert gibt.

Wir appellieren deshalb an den Bundestag, die Länderempfehlungen in das Krankenhausstrukturgesetz aufzunehmen, ebenso wie die Eckpunkte der Bund-Länder-AG vom 2. Oktober. Über Zustimmung zu unserem Antrag würde ich mich sehr freuen.

Leave your response!

Add your comment below, or trackback from your own site. You can also subscribe to these comments via RSS.

Freundlich und am Thema bleiben. Kein Spam.

Nutzen Sie diese tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dies ist ein Gravatar-basierter Blog. Um Ihren global verwendbaren Avatar zu bekommen, registrieren Sie sich bitte auf Gravatar.