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Pflege ist die Herausforderung unserer Zeit

23 Oktober 2015 Kein Kommentar

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 17 – Pflege von Angehörigen

Dazu sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Marret Bohn:

Pflege ist die Herausforderung unserer Zeit. Im Jahr 2011 gab es in Schleswig-Holstein rund 80.000 pflegebedürftige Menschen. 2013 waren es bereits 90.000 und bald  werden es 120.000 sein. Bundesweit werden 30 Prozent der Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen versorgt. In Schleswig-Holstein sind es 40 Prozent. Zwei Drittel aller Pflegebedürftigen wird von Angehörigen gepflegt.

Mit diesem Engagement müssen wir wertschätzend und sorgfältig umgehen. Wir müssen pflegende Angehörige unterstützen und entlasten.

Ja, es gibt eine ganze Reihe von Angeboten, aber sind sie ausreichend bekannt? Wer nicht weiß, dass er oder sie einen Anspruch auf Verhinderungspflege hat, kann sie nicht in Anspruch nehmen.

Wer nicht weiß, dass Pflege auch am Urlaubsort geleistet werden kann, bleibt zu Hause.

Die Pflege zu Hause wird von vielen Pflegebedürftigen gewünscht. Wer zu Haus einen Angehörigen pflegt, ist schwer belastet, körperlich und psychisch.

Die Pflegenden sind zum größten Teil Frauen zwischen dem 50. und 75. Lebensjahr. Pflegende Angehörige leben im ständigen Bereitschaftsdienst, 24 Stunden am Tag. Wie lange eine Pflege andauert, kann niemand im Voraus sagen. Aus Wochen werden schnell Monate, häufig Jahre. Diese Zeit hinterlässt Spuren auf beiden Seiten.

Laut einer im Januar 2011 veröffentlichten Studie der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) sind pflegende Angehörige um 19 Prozent kränker als der Durchschnitt der Bevölkerung. Besonders leiden sie unter Rückenschmerzen oder Kreislaufbeschwerden. Sie sind auch anfälliger für Infekte. Jeder Sechste ist an einer depressiven Episode oder gar Depression erkrankt. Zu den körperlichen Anstrengungen kommen hohe psychische Belastungen hinzu. Deswegen ist es wichtig, pflegende Angehörige gut zu informieren.

Die vorgelegten Anträge beschreiben diese Situation. Sie wollen, dass die Pflegenden alle Hilfe erhalten, die zur Verfügung steht. Die Antragsteller honorieren die vorhandenen Unterstützungsangebote: Beratung in den Pflegestützpunkten, Unterstützung durch das Kompetenzzentrum Demenz, Verbesserungen der Leistungen durch das Pflegestärkungsgesetz, Information aller Art: Flyer, Broschüren und Angeboten im Netz.

Und dennoch rutschen einige Familien durch das Informationsnetz. Sie fühlen sich hilflos, allein gelassen und überfordert. Pflegekassen, Land und Kommunen, Pflegeinrichtungen und –dienste, Sozial- und Wohlfahrtsverbände müssen gemeinsam weiter daran arbeiten, dass alle die Information, Beratung und Hilfe bekommen, die sie benötigen. Das bringt der vorliegende Antrag zum Ausdruck.

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